Bali- Weihnachten mal ganz anders

2025 war es so weit - Weihnachten und Silvester in Bali, weit weg von Regen, grauen Tagen, Geschenkekonsum, einfach mal die Seele baumeln lassen.

Ich habe das Glück, dass meine Eltern die perfekten Reisebegleiter sind und quasi alles mitmachen, Neues in sich aufsaugen und sich schon über kleine Dinge freuen können. Also warum nicht, Mamas Geburtstag mal in Bali feiern?


Die Anreise allerdings ist nicht unbedingt zu unterschätzen. Vorab habe ich vieles von Zuhause aus organisiert: Tourismus gebühr bezahlt, IMEI registriert, Visa online mit dem Reisepass verknüpft...für ausreichend tropischen Mückenschutz gesorgt (wirklich, wirklich wichtig), da ich wusste, dass gerade im Dezember viel los ist und wir, nach 18 Stunden Flug mit Aufenthalt an einem total überfüllten Flughafen in Abu Dhabi, nicht noch Stunden um Stunden mit Einreiseformalitäten verbringen wollten. Und das war wirklich ein smarter move, denn im Grunde hat alles reibungslos funktioniert - auch wenn ich etwas Unterstützung mit meinem Pass brauchte, denn der Scanner wollte ihn einfach nicht einlesen.

Du kommst mit deinem Gepäck aus dem überklimatisierten Flughafen und plötzlich schlägt dir feuchte Hitze und der altbekannte Lärme eines Airports entgegen. Puh, erstmal durchatmen und unseren Fahrer suchen. Auch das hat erstaunlich gut geklappt. Was ich völlig überschätzt hatte, war der Verkehr. Unser erstes Hotel war laut Google Maps nur 40 km entfernt, tja, trotzdem 2,5 Stunden Fahrt. Dabei wurde auch schnell klar, dass wir weder ein Auto mieten würden noch mit dem Roller fahren. Dann lieber über das balinesische Uber einen Fahrer organisieren und sicher ankommen. Ich habe übrigens vorab schon Gojek und Grab Indonesia installiert, das funktioniert hervorragend für Fahrer, Essen etc. Außerdem haben wir nicht am Flughafen, sondern außerhalb eine Sim gekauft, kostet maximal die Hälfte, wird schnell vor Ort installiert, billiger als jede esim und das NEtzt funktioniert auf Bali und den Inseln Nusa Lembongang, Cenningan und Penida ganz ohne Probleme.

Ubud


Irgendwie scheint jeder schon mal was von Ubud gehört zu haben und genau hier ist unser Urlaub gestartet. Wir hatten für ein paar Tage zwei kleine Bungalows an einem Reisfeld, sogar mit Pool. Meine Eltern waren erstmal skeptisch, als der Fahrer auf der völlig überfüllten Hauptstraße anhielt. Sie dachten: "Hier soll es also sein?", geht gar nicht. Zum Glück fanden sie schnell heraus, dass wir nur wenige Meter laufen mussten und uns in einem idyllischen Paradies befanden. Genau so, wie man sich es vorstellt, balinesischen Architektur, Reisfelder, Kröten, Blumen und....Moskitos. Und ich meine wirklich, richtig viele Moskitos, als hätten sie nur auf Frischfleisch gewartet.

Die Bungalows waren wunderschön, wir konnten sofort durchatmen, besonders nach einer doch sehr langen und damit anstrengenden Anreise. Abends sind wir nur noch zu Fuß zu einem Warung und haben unser erstes balinesisches Essen mit Händen und Füßen bestellt...einfach herrlich. Wir haben übrigens auf dem Weg zum Hotel einfach mit Karte Bargeld am Automaten geholt, kein kompliziertes Wechseln gegen horrende Gebühren am Flughafen oder gar in Deutschland nötig.

Von Ubud aus haben wir diverse Touren unternommen, aber immer mit einem eigenen Fahrer. Ich bin ein Fan davon spontan reagieren zu können und "mein Ding" zu machen. 

Am darauffolgenden Tag ging es zum Geburtstag meiner Mutter ins Kayon Jungle Resort...OH MEIN GOTT, das ist einfach unbeschreiblich. Man geht in die Lobby und hat einen atemberaubenden Blick, unglaublich tolles Personal noch dazu. Ich hatte für den Tag zwei Cabanas gemietet, all in und für abends im Restaurant einen Tisch reserviert mit Geburtstagskuchen. Ehrlich gesagt, der Kuchen war unfassbar gut, wir haben noch drei Tage davon gegessen. Das Abendessen wäre nicht nötig gewesen, weil wir so viel über den Tag verteilt gemampft haben, ein Gericht leckerer als das andere. Da wir unser Budget dort gar nicht aufgebraucht hatten, war unser Kellner so lieb und hat uns noch eine Flasche Portwein mitgegeben, denn man kann sich am Ende den Rest nicht auszahlen lassen und auch nicht als Trinkgeld geben. Es war sicher nicht der günstigste Tag, aber sicher einer, an den wir uns ewig erinnern werden. Meine Mutter hatte einen ganz besonderen Geburtstag und das war genau das Ziel.

Andere Ausflüge führten uns zu Akasha Coffee, um 4 Uhr aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Tja, in der Theorie. In der Praxis war aber Regenzeit und wir haben ganz viel....Nebel gesehen. Das Café an sich hat eine ganz besondere Atmosphäre, definitiv einen Besuch wert, Essen und Getränke aber nicht besonders, dafür aber besonders teuer.

Im weiteren Verlauf waren wir noch auf einer Kaffeeplantage, im Regen natürlich, und trotzdem war es unglaublich schön und stimmungsvoll. Eigentlich hatten wir geplant, in der Nähe von Ubud noch einen Tempel und einen Wasserfall zu besuchen, um dort ein Reinigungsritual mitzumachen. Nachdem der Tempel aber völlig überlaufen und die Menschen dort aggressiv waren, haben wir schnell umgeplant und einfach unterwegs an einem quasi unbekannten Wasserfall angehalten. Mein Papa und ich sind reingeklettert, Mama war die Fotografin und auch das war im Regen ein tolles Erlebnis. Ich weiß, viele Leute denken, Regenzeit heißt nur kurze Schauer. Das kann auch zutreffen. Wir hatten leider mehr so stundenlange Schauer, also beim Koffer packen definitiv an Cape oder Regenschirm denken. In der Nähe gab es eine unbekannte Reisplantage, in der man, gegen eine wirklich kleine Spende, einfach herumschlendern kann. Vielleicht ist das alles weniger beeindruckend als die bekannten Reisfelder, das mag durchaus sein, aber wenn man dort hunderte Reisebusse sieht, tja, da war für uns schnell klar, größer ist nicht immer besser, zumindest nicht für uns und Bali bietet zum Glück Alternativen.

Heiligabend waren wir im Taman Dedari. Das sah man damals überall auf Instagram und ich war nervös, ob es denn wirklich so atemberaubend ist oder mal wieder nur ein Hype. Spoiler: es war besser. Riesengroße Statuen, leckeres Essen, freundliches Personal, stimmige Atmosphäre und dazu der Sonnenuntergang. Definitiv jederzeit wieder. Ebenso Merlins, das ist ein Restaurant in Ubud direkt, alles magisch gestaltet und man hat das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Also auf jeden Fall auch dort hin.

Da es aber Urlaub sein sollte und keine To-do-Liste, haben wir auch häufig einfach den Tag am Pool verbracht, uns Essen liefern lassen und entspannt. Das funktioniert übrigens echt super mit den Apps, da kommt jemand auf seinem Roller im strömenden Regen angefahren, Poncho an und bringt dir dein Essen, im Nachhinein fühlt sich das zwar nach Urlaub an, aber auch schon fast dekadent. Gezielte Touren zu den Affen haben wir aus Gründen der Achtsamkeit und Tierschutzes abgelehnt.


Nusa Cenningan

Nach vielen Eindrücken in Ubud und Umgebung, haben wir uns vom Hafen von Sanur aus für ein paar Tage nach Nusa Cenningan aufgemacht. Die Fahrt war unkompliziert und kurzweilig...mein Vater hat sogar vom Boot aus ein paar Delfine gesehen.

Man landet am Hafen von Nusa Lembongan, wenn das als Hafen bezeichnen kann. Trotzdem ist alles gut organisiert und wir wurden zügig abgeholt bis zur Yellow Bridge. Diese verbindet beiden Inseln und war zu der Zeit kurzfristig geschlossen, sodass wir zu Fuß über die Brücke laufen mussten. Gar kein Problem, es sind wirklich nicht mal drei Minuten. Wir waren im Wooden Beach, direkt am Strand mit Pool und hatten zwei wunderschöne Zimmer mit seitlichem Blick aufs Meer, inklusive Frühstück nicht mal 18 Euro pro Zimmer. Ich möchte besonders hervorheben, wie ausgesprochen lieb, zuvorkommend und familiär man dort aufgenommen wurde.

Cenningan ist angenehm ruhig, man kann wunderschöne Spaziergänge machen, findet tolle Restaurants direkt am Strand mit hervorragendem Essen und kann wirklich einfach mal die Seele baumeln lassen, gerade richtig nach Ubud. An einem Abend haben wir während eines Spaziergangs einen tollen Aussichtspunkt gefunden und haben ganz allein den Sonnenuntergang genießen können. Hier wäre es auch sicher unbedenklicher als auf Bali mit einem Roller zu fahren. An Silvester haben wir vom Pool aus das Feuerwerk auf beiden Inseln und sogar Bali bestaunt, eine ganz besondere Atmosphäre.

Was leider nicht so schön war: wir hatten eine Tour gebucht, weil ich unbedingt mit Mantas schwimmen wollte, artgerecht, nicht überlaufen, also natürlich eine private Tour. Leider stellte sich NACH Abfahrt schnell heraus, dass wir keine sehen würden, obwohl es vorher hieß, dass das genau die richtige Zeit sei. Nun ja, ich habe Schildkröten und tolle Fische gesehen, was nie langweilig wird.

Nusa Penida

Von Cenningan ging es mit dem Boot nach Nusa Penida, die größte der drei Inseln, sehr viel touristischer, aber auch teilweise bessere Infrastruktur. Die Fahrt zu unseren Bambushäusern zog sich aber in die Länge, denn riesige Schlaglöcher erschweren das Vorankommen, es war also abenteuerlich.

Wir waren im Atuh Forest und es ist absolut empfehlenswert, außergewöhnliche Lage mitten in der Natur, atemberaubender Ausblick, unfassbar gutes Essen und weg von Touristenzentren.

Von dort aus haben wir einen Tagesausflug gemacht mit Fahrer. Im Nachhinein kann ich sagen, es war alles sehenswert, aber vieles doch gehypt. Wir waren am Kelingking, im strömenden Regen, völlig überlaufen, Heerscharen an Menschen, obwohl wir sogar noch vor den meisten Ausflüglern von Bali angekommen sind, Überall geht es ausschließlich um Instagram, jeder will gegen Bezahlung das perfekte Foto von dir machen. Das war sehr anstrengend und hat dazu geführt, dass der Ort leider gar nicht seine besondere Atmosphäre entfalten durfte. Gleiches Spiel am Broken Beach, Angel`s Billabong und der Treppe zu Diamond Beach. Was schade ist, denn die Orte an sich sind wirklich wunderschön. Aber ich hatte kaum die Möglichkeit, selbst etwas zu sehen, denn die Treppe ist vollgestopft mit Influencern, die den Weg ewig blockieren, bis das richtige Foto dabei ist.

Das Highlight des Tages war ein Trip zu Tembeling Beach, auch wenn der Weg dorthin durchaus abenteuerlich ist. Man sitzt hinten auf einem wackligen Roller und es geht ziemlich schnell etwa drei Kilometer bergab durch den Urwald, Matsch, Steine, das alles interessiert die Fahrer nicht. Unten angekommen muss man gefühlt eine Million steile Stufen laufen, aber was dich dann erwartet, ist jeden Schritt wert. Es gibt einen kleinen Süßwassersee, direkt am Strand, in dem man schwimmen und gleichzeitig die Wellen beobachten kann. Es gibt eine Schaukel, einen weißen Sandstrand und, was für uns besonders schön war nach den ganzen Menschenmassen, der Strand ist menschenleer. Man fühlt sich wie Robinson Crusoe. Sollte ich jemals wieder hierhin zurückkommen, werde ich dort den Tag verbringen, zumindest solange Ebbe herrscht. Wir waren während der Flut dort, sodass die Wellen schwimmen nicht zugelassen haben.

Meiner Meinung nach ist Penida völlig überlaufen und kann Ruhesuchenden dadurch etwas den Spaß nehmen. Sollte man einige Tage Zeit haben empfehle ich unsere Unterkunft, da man dort hervorragend essen und zu Fuß zum Atuh Beach laufen kann.



Uluwatu


Hier waren wir nur für eine Nacht und was soll ich sagen? Wir hatten einfach Pech. Unser Hotel war wirklich eine echte Katastrophe. Im Restaurant, wenn man das so nennen will, stand der Koch oben ohne, sein Schweiß tropfte ins Essen, völlig unmotivierte und unorganisierte junge Leute, die demonstrativ keine Lust hatten, überhaupt einen Finger krumm zu machen. Wir haben keinen Luxus erwartet, aber in meinem Zimmer war das Bad fast komplett schwarz von Schimmel und es hat so massiv gestunken, dass an Schlaf nicht zu denken war. Für balinesische Verhältnissee war es sogar echt teuer.

Zum Glück gab es gegenüber ein tolles Restaurant mit herausragendem Frühstück, sodass zumindest der Morgen kein absoluter Reinfall war.

Wir waren übrigens nur dort, weil wir unbedingt Ben Böhmer im Savaya Bali live sehen wollten. Der Club an sich lässt optisch keine Wünsche offen, Bars, Tanzfläche, Liegen, Infinity-Pools, alles da. Aber, ist man nicht bereit, mehrere 1000 Euro für VIP-Tische zu bezahlen, hat man zwei kleine Bars auf unteren Ebenen zur Verfügung. Eine hat wenige Holzhocker, das war für meine Eltern die Rentner sind, unzumutbar, die andere war ganz ok, direkt am Pool.

Was ziemlich verwunderlich war, ist, dass es ein sehr exklusiver, teurer Club ist und ALLE Polster, auch VIP, in der Regenzeit völlig durchnässt sind, sodass man sich auf Plastiktüten setzen muss. Die Preise dort übertreffen deutsche Clubs um Längen, das Personal ist herablassend, wir waren eben keine VIP. Die Klientel fanden wir persönlich abstoßend, ganz arrogante Neureiche, die sich unheimlich wichtig genommen haben. Alle waren eigentlich nur mit sich selbst und Videos für Social Media beschäftigt, auf die Tanzfläche durften nur VIP. Wir standen also auf einer Treppe und haben das Event musikalisch genießen können.

Die Pools sehen zwar grundsätzlich sehr schön aus, aber die Bars sind integriert, also ab etwa 23 Uhr fallen die Gäste betrunken ins Wasser, übergeben sich dort. Spoiler: wir waren nicht schwimmen.



Sanur


Von Uluwatu aus ging es nach Sanur. Ich musste mehrere Anläufe starten, um einen Fahrer zu finden, denn irgendwie waren sie nicht bereit, für den Preis in der App zu fahren. Wichtig, ruhig bleiben und weiter suchen, es gibt jemanden, der sich gerne an die Vereinbarung hält.

Zunächst war es etwas schwierig, das Tropical Beach zu finden, denn die Straße dorthin ist ein besserer Feldweg. Das Hotel an sich ist schön gestaltet. Leider umgibt es eine meterhohe Mauer, sodass man sich etwas eingepfercht fühlen kann. Das Personal ist professionell freundlich, Wäscheservice für sehr wenig Geld zuverlässig verfügbar. Das Anwesen, Pool etc. waren gepflegt und sauber, der Wasserspeier allerdings unfassbar laut, sodass man sich wie in einer Waschanlage vorkam.

Da wir vom überall gleichen Frühstück etwas die Nase voll hatten, habe ich uns etwas liefern lassen: warme Marzipancroissants, Eier Benedikt, Bagles mit Avocado, also vielleicht dekadent, aber soooo gut.

Was besonders schön war, wir konnten vom Hotel aus einen traumhaften Spaziergang, natürlich teilweise im Regen, zum schwarzen Strand machen. Menschenleer - und durch die Regenzeit voller Müll, wie jeder Strand und Fluss in Bali zu dieser Zeit. Aus diesem Grund waren wir auch nicht schwimmen, man hatte das Gefühl, die Bakterien förmlich auf uns warten zu sehen. Wir sind erstmal bis zum Hafen gelaufen. Da ist meinen Eltern dann aufgefallen: warte mal, hier waren wir doch schon einmal. Richtig, nur dieses Mal ohne Tickets abholen, das richtige Boot finden usw. Auf der anderen Seite befindet sich der weiße Strand mit vielen kleinen Bars und Ständen an der Promenade, eine ganz tolle Atmosphäre, denn, sobald man die ganzen Touristen hinter sich gelassen hat, kehrt dort einfach eine alltägliche Geschäftigkeit ein, in die man einfach eintauchen kann. Wir haben super leckere Eisschokolade getrunken, Blödsinn gemacht und durchgeatmet. Wir sind sogar bis in die Fußgängerzone gelaufen. Hier ist die Stimmung eine ganz andere. Jeder versucht dich massiv in seinen Laden zu zwingen, sehr nervig. Unsere Souvenirs haben wir in einem ruhigen Laden gekauft, weil es die einzige Verkäuferin in der ganzen Straße war, die einfach unaufdringlich freundlich war. Auf dem Rückweg zum Hotel gab es natürlich die zweite Eisschokolade.

Sanur ist wahrscheinlich nicht der perfekte Ort, für Menschen, die einfach Ruhe suchen. Es ist sehr überladen, teilweise fast schon übergriffige Verkäufer, viel Verkehr und irgendwie scheint fast jeder das Gleiche im Angebot zu haben, so wie man es auch aus anderen touristischen Zonen in anderen Ländern kennt. Einen Aufenthalt ist es aber allemal wert.



Sukawati


Sukawati ist das Gegenteil von Ubud, Uluwatu und Sanur: weite Reisfelder, normaler Alltag, kaum Touristen, genau das, was wir für ein paar Tage gesucht haben. Wir hatten eine Privatvilla mit Garten, ein Pool war ebenfalls vorhanden.

Der Empfang war holprig, aber herzlich, alles liebevoll angelegt und im balinesischen Stil gestaltet und das Abendessen wieder einmal hervorragend.

Ich hatte explizit etwas für drei Erwachsene gebucht, leider gab es nur ein Doppelbett und eine kleine Schlafcouch, auf die man vielleicht kleine Kinder legen könnte. Trotzdem hat sich mein Papa dafür entschieden, tauschen war für ihn keine Option, wofür ich ihm wirklich dankbar bin, denn ich hab in dem ganzen Urlaub mehr schlecht als recht geschlafen.

Ich habe einen Tag in Seminyak verbracht, während meine Eltern sich dort entspannt haben - zumindest war das der Plan. Was wir natürlich so gar nicht auf dem Schirm hatten, war, dass die Felder bearbeitet wurden und den ganzen Tag direkt neben dem Pool ein lauter Traktor zugange war. DAs wist wohl der "Nachteil", wenn man kurzfristig Teil des normalen Alltags ist.

Was leider wirklich ärgerlich war, dass es nachts reingeregnet hat, Papas Bett war nass und irgendwie hat das Personal das zur Kenntnis genommen, aber auch der deutsche Betreiber hat sich nicht gerufen gefühlt etwas zu unternehmen. Auf eine nachträgliche Mail wurde mir mit mansplainingn und Herablassung begegnet. Das verhagelt schon etwas das Flair. Nichtsdestotrotz hatten wir wunderbare Stunden dort.

Seminyak


Ich war einen Tag allein dort, weil ich mich bei Lumina Tattoo hab tätowieren lassen.

Seminyak empfängt einen mit Trubel, Massentourismus, Überangebot und gleichzeitig viel Lebensfreude. Anders als in Sanur und Ubud strahlten die Menschen einfach, niemand trat aggressiv auf, um dir etwas zu verkaufen, sondern es schien einfach ein pulsierender Ort zu sein, was definitiv auch etwas für sich hat.

Lumina Tattoo ist der Wahnsinn. Erst denkt man, es handelt sich um Massenabfertigung, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich habe schon von Deutschland aus, einen Termin und Anzahlung gemacht, Motive geklärt usw. und war angenehm überrascht, wie gut organisiert sie dort sind.

Die Tätowierer haben alle ihren eigenen Stil und darin sind sie echte Profis, mit internationalen Auszeichnungen. Ich landete bei Ozzy, super cooler und entspannter Typ, der statt zehn nur sechs Stunden gebraucht hat und das perfekte Tattoo abgeliefert hat, vielen Dank dafür.

Eine Erfahrung, die mich schmunzeln ließ: ich war damals eine der wenigen Frauen und wunderte mich, warum diese riesigen, sportlichen Australier alle vor dem Tätowieren mit Folie um Arm, Bein etc. herumgelaufen sind. Betäubungssalbe. Mein Ernst, Betäubungssalbe. Ganz neues Bild für mich.

Tierschutz


Auf jeder meiner Reisen bin ich auf dieses Thema vorbereitet, das heißt ich hab die Nummern von Organisationen, Tierärzten etc. in der Umgebung im Handy vorab gespeichert.

Vorab, ich hab dort keinerlei Gewalt und Grausamkeiten gegen Tiere gesehen, ganz anders als in Ländern wie Marokko, Zanzibar oder auch Santorini. Man ist irgendwie immer von streunenden Hunden umgeben, wobei nicht immer klar ist, ob sie wirklich kein Zuhause haben. Die wenigsten von ihnen sind in wirklich schlechtem Zustand, keiner von ihnen ist aufdringlich oder gar aggressiv, sondern eher ängstlich und auf Rückzug aus. Ich habe mir nicht ausgemalt, warum.

Aus Gesprächen mit anderen Reisenden weiß ich allerdings, dass es beispielsweise in Lovina - dort wollten wir eigentlich noch hin und ich habe dann umgebucht - sehr schlimm sein muss, Lombok und andere indonesische Inseln müssen teilweise sehr grausam mit Hunden umgehen, also wurden die dann mal von meiner Liste gestrichen. Mir ist durchaus bewusst, dass ein Mensch allein nicht all den Tieren helfen kann, aber ich halte es emotional nach einigen Erfahrungen nicht mehr aus, damit immer wieder konfrontiert zu sein. Auf Bali gibt es diverse Tierschutzorganisationen, die Menschen sind bestrebt, durch Kastrationen die Anzahl in den Griff zu bekommen. Auch wenn ich keine Grausamkeiten gesehen habe, ist es mir trotzdem an die Substanz gegangen, überall die streunenden Tiere zu sehen, aber das darf jeder mit sich selbst ausmachen, ob das für ihn in Ordnung ist oder nicht.

Essen & Aktivitäten


Was das Essen angeht: überall war das Essen gut, wirklich überall, besonders die Erdnusssauce. Ich habe uns mal Essen liefern lassen und einfach diverse Gerichte ausgewählt. Am Ende hatten wir 14 Speisen für unter sechs Euro. Eins war eine Suppe mit Hühnerfuß drin, da hätte ich wohl vorher mal Google fragen sollen, was das genau ist.

Ähnlich wie in Thailand, gibt es hier scharfe Obstsalate und ich meine wirklich scharf, aber unglaublich lecker, probier es selbst.

Es gibt eine unendliche Zahl an möglichen Aktivitäten, ob aktiv, Yoga, Wassersport, Quad fahren, kulturell, religiös, alles dabei. Ich würde aber empfehlen, wenn du ruhig und achtsam reisen möchtest, such die nicht-touristische Alternativen. Die gibt es und zwar überall, vielleicht auf den ersten Blick weniger spektakulär, aber in jedem Fall einzigartig

von Frau zu Frau

Ich habe mich in Bali weder allein noch mit meinen Eltern jemals unsicher gefühlt. Abgesehen von straffen Verkaufsstrategien, lassen dich die Menschen in Ruhe, sind zurückhaltend und friedlich. Auf die eigenen Wertsachen achtet man eigentlich immer, also auch hier, gerade in Menschenmengen.

Was ich völlig unterschätzt hatte, war das Thema Schlaf. Egal wie schön, billig, teuer oder was auch immer die Unterkunft war, an Schlaf war nirgendwo zu denken. Ab etwa 1 Uhr nachts legen Hähne los, ja Plural, gegen 22 Uhr starten aber während der Regenzeit auch die Ochsenfrösche. Ich spreche hier nicht von einem einzigen niedlichen Frosch, mehr von 50+ und die halten durch bis morgens die Sonne aufgeht. Wenn du also ähnlich hellhörig bist, solltest du an Ohrstöpsel denken - ich kann damit nicht schlafen - oder definitiv nicht während der Regenzeit nach Bali reisen.


Du möchtest nicht so weit reisen? Hier geht es nach Italien