
Wer bei Toskana nur an Strände und den schiefen Turm von Pisa denkt, irrt sich gewaltig. Die Toskana hat sehr viel mehr auf Lager: Zypressen, Weite, kleine, urige Dörfer und wie immer natürlich: hervorragendes Essen.
Ich war einige Monate als Au-pair während meines Studiums in der Toskana. Bei meiner Ankunft in Florenz war ich nicht nur todesmüde, sondern habe mich sofort Zuhause gefühlt, als wäre ich angekommen. Die Menschen dort haben eine besondere Herzlichkeit, die sich authentisch anfühlt und ich wurde sofort in die Familie integriert. Das ist natürlich als Touristin nicht immer so, aber dennoch möglich, besonders in kleinen Dörfern...und sollte man auch unbedingt ausprobieren.
Siena, San Gimignano und Volterra
Ganz ehrlich? Alles absolut lohnenswert, sicher, ja einiges etwas teuer, das ist klar, aber eine atemberaubende Atmosphäre. Mein Tipp: Siena ganz früh am Morgen, bevor die Touristen und die Sonne kommen. Siena besteht aus vielen, sehr engen Gassen, in denen sich die Hitze wie in einem Backofen staut und das kann das ganze Erlebnis trüben.
San Gimignano würde ich immer wieder gegen Abend besuchen. Wenn die Türme angeleuchtet sind, wirkt alles märchenhaft und mit einem Eis lässt es sich dort gemütlich schlendern und bummeln.
Auch Volterra würde ich nicht gerade in der Mittagshitze empfehlen, aber auch hier findet man herausragendes Essen, schöne kleine Läden und es fühlt sich einfach automatisch nach Urlaub an.

Rosignano, Castiglioncello und Cecina
Wer gerne mal einen karibischen Strand sehen möchte, ohne gleich ewig im Flugzeug sitzen zu müssen, ist in Rosignano an den Spiagge Bianche perfekt aufgehoben. Man zahlt ein paar Euro Parkgebühr, bekommt dafür aber einen traumhaften Pulverstrand mit türkisblauem, glasklaren Wasser, Und wer Essen und Getränke vergessen hat: kein Problem, es gibt Stände und Strandverkäufer mit köstlichen Leckereien, z.B. Bomboloni, ähnlich wie Donuts gefüllt mit Vanille oder Nutella.
Ein kleiner Abstecher nach Castiglioncello lohnt sich auch, nicht nur, um die Burg zu besuchen, sondern auch wegen des Strandes und der guten Restaurants.
in Cecina gibt es viele Privatstände, aber auch einen öffentlichen. Dort gelangt man z.B. durch einen schönen Spaziergang durch die Pineta, den Pinienwald. Abends kann man an der Promenade in einer Bar entspannen oder einfach etwas bummeln gehen. Ein perfekter Urlaubstag also.

Monteriggioni
Hier gibt es eine alte Festung, deren Besichtigung sich auf jeden Fall lohnt, wenn natürlich auch nicht so imposant, wie Siena oder Florenz. In Monteriggioni ist eigentlich nicht viel los, aber es ist dafür sehr gemütlich und italienisch. Da sitzen Rentner vor dem Haus auf der Bank, jemand spielt Schach, ein paar Kinder laufen durch die Gassen und das Essen wird meist noch wirklich von der Nonna, der Großmutter, gekocht. Wer also Ruhe und die wirkliche Toskana sucht, ist hier absolut am richtigen Fleck,
Livorno und Pisa
Beide Städte kann man sich anschauen, muss man aber nicht. Ich fand den Turm extrem überwertet und da die ganze Stadt irgendwie schmutzig wirkte, fand ich den perfekten englischen Rasen, den Turm und die riesige Mauer außen herum irgendwie fehl am Platz. Und natürlich ist es völlig überlaufen.
Livorno ist ähnlich, eine Hafenstadt eben, laut, aktiv und ebenfalls irgendwie schmutzig und wenig einladend. Trotzdem kann sich ein Abstecher lohnen, auf wahnsinnig viel Entspannung und Authentizität würde ich aber nicht setzen.
Fazit...von Frau zu Frau
Absolut sehenswert und jederzeit wieder. Ich habe nicht eine einzige Situation erlebt, die ich als gefährlich empfunden hätte. Überlandbusse, Taxis, Bahn oder selbst fahren, das ist dort alles kein Problem, auch wenn die Italiener etwas rasanter unterwegs sind und viel mehr gehupt wird. Go with the flow funktioniert hier bestens. Wer dolce vita sucht, wird es hier finden mit einem großen Angebot an Ruhe, aber auch Action.